Klimaanpassung
FLOW4MED
Förderung der landschaftsweiten Umsetzung naturbasierter Lösungen (NBS) für Wassersicherheit – Stärkung der Resilienz mediterraner Ökosysteme gegenüber Klimaextremen
Status:
In Bearbeitung

Projektstart
01. Juni 2026

Standorte
Ägypten, Libanon, Griechenland

Förderung
Europäische Kommission (Horizon Europe)

Partnerorganisationen 

  • Technische Universität Berlin
  • Universität Balamand (Libanon)
  • Mediterranes Agronomisches Institut Chania (Griechenland)
  • Terratives (Griechenland)
  • Ain-Shams-Universität (Ägypten)
  • Integrated Development Group (Ägypten)
  • Wadi for Sustainable Development (Jordanien)

Ansprechperson
Federica Longi

Die Mittelmeerregion steht vor schwerwiegenden und miteinander verknüpften sozioökologischen Herausforderungen, mit Wasserknappheit im Zentrum. Zunehmende Dürren, sinkende Wasserverfügbarkeit, sich verschlechternde Wasserqualität und Biodiversitätsverluste setzen den Wasser–Energie–Nahrungsmittel–Ökosysteme (WEFE)-Nexus zunehmend unter Druck. Diese Belastungen werden durch den Klimawandel, die Urbanisierung und sozioökonomische Ungleichheiten weiter verstärkt und schwächen die Resilienz ländlicher und urbaner Gemeinschaften.

Im Libanon (Akkar) beeinträchtigen Wasserverschmutzung und unzureichende Abwasserbehandlung sowohl die Landwirtschaft als auch die Ökosysteme, obwohl es andernorts im Land vielversprechende Pilotprojekte mit bepflanzten Bodenfiltern (Constructed Wetlands) gibt. Auf Kreta stehen agroforstwirtschaftliche Systeme unter Wasserstress und leiden unter Bodendegradation, obwohl regenerative Ansätze zur Wasserrückhaltung und Bepflanzung bereits ein großes Potenzial gezeigt haben. In Ägypten, insbesondere in den schnell wachsenden urbanen Gebieten Kairos, führen steigende Temperaturen und eine begrenzte Wiederverwendung von Wasser zu drängenden Nachhaltigkeitsherausforderungen. Obwohl naturbasierte Lösungen (NBS) in allen drei Kontexten ihre Machbarkeit unter Beweis gestellt haben, bleibt ihre breitere Anwendung durch fragmentierte Governance-Strukturen, unzureichendes Monitoring und Evaluation, schwache Geschäftsmodelle sowie eine mangelnde politische Verankerung eingeschränkt.

FLOW4Med begegnet diesen Herausforderungen durch die Skalierung und Integration naturbasierter Lösungen, um die Wassersicherheit und die Resilienz von Ökosystemen in diesen vielfältigen mediterranen Kontexten zu stärken. Das Projekt demonstriert einen bepflanzten Bodenfilter zur Wasseraufbereitung und -wiederverwendung in Akkar, Maßnahmen zur Regeneration von Ökosystemen zur Verbesserung der Wasserrückhaltung auf Kreta sowie hybride grün-graue Infrastrukturlösungen im urbanen Raum zur Kühlung und Wasserwiederverwendung in Kairo. Diese Lösungen werden unter realen Bedingungen technisch weiterentwickelt und validiert, während Living Labs durch Co-Design, partizipatives Monitoring und Kapazitätsaufbau eine enge Einbindung der relevanten Akteure sicherstellen. In Kombination mit Wirkungsmodellierung, politischen Handlungsempfehlungen und Replikationsstrategien zielt FLOW4Med darauf ab, eine breitere und nachhaltigere Verbreitung naturbasierter Lösungen in der Region zu ermöglichen.

Hudara fungiert als Living-Lab-Koordinator und leitet partizipative Prozesse sowie die Einbindung von Stakeholdern an den Demonstrationsstandorten. Hudara stellt sicher, dass technische Lösungen sozial verankert und kontextspezifisch angepasst sind, unterstützt partizipatives Monitoring und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den mediterranen Partnern, um eine langfristige Wirkung und nachhaltige Verankerung zu fördern.