Standort
Nineveh, Iraq
Projektzeitraum
August 2022 – September 2023
Förderung
Institut für Auslandsbeziehungen (IFA), Schmitz Stiftungen
Partnerorganisationen
-
Rusaz Organisation
Im Norden des Irak haben Jahre von Konflikt, Vertreibung und Gewalt tiefe psychische Wunden hinterlassen und die Beziehungen zwischen Gemeinschaften unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft belastet. In Regionen wie Al-Shikhan und den umliegenden Camps haben viele junge Menschen – insbesondere jugendliche Mädchen und junge Frauen – Traumata, Verluste und soziale Fragmentierung erlebt. Diese Erfahrungen gehen häufig mit schädlichen Narrativen über „die Anderen“ einher, die bestehende Spaltungen verstärken und Prozesse der Versöhnung sowie des friedlichen Zusammenlebens erschweren.
HEKAYAT begegnet diesen Herausforderungen, indem es sichere und kreative Räume für Heilung, Dialog und Begegnung schafft. Das Projekt arbeitet mit jungen Frauen aus unterschiedlichen Gemeinschaften und erkennt ihr Potenzial als aktive Gestalterinnen von Veränderungsprozessen beim Wiederaufbau von Vertrauen und der Förderung sozialen Zusammenhalts an. Durch die Verbindung von psychosozialer Unterstützung und künstlerischem Ausdruck werden die Teilnehmerinnen darin unterstützt, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, ihr Wohlbefinden zu stärken und über soziale Grenzen hinweg in Austausch zu treten.
Im Zentrum des Projekts steht der Einsatz textiler Kunstpraktiken als kulturell verankerte und zugängliche Ausdrucksform. Sowohl individuell als auch gemeinschaftlich gestalten die Teilnehmerinnen textile Arbeiten, die persönliche Geschichten, Emotionen und Erfahrungen widerspiegeln. Diese kreativen Prozesse werden von strukturierten psychologischen Gruppensitzungen begleitet, in denen die Teilnehmerinnen Techniken erlernen, um ihre Gedanken, Gefühle und sozialen Interaktionen besser zu verstehen und zu beeinflussen. Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze, neue Bedeutungen zu entwickeln, schwierige Erfahrungen zu transformieren und unterstützende Beziehungen aufzubauen.
In enger Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Akteuren umgesetzt, verbindet HEKAYAT partizipative Forschung, Kapazitätsaufbau und kontinuierliche Reflexion, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen lokal verankert und an die Bedürfnisse der Gemeinschaften angepasst sind. Durch die Verknüpfung von psychosozialer Unterstützung mit künstlerischer Praxis und gemeinschaftlichem Dialog trägt das Projekt dazu bei, Wohlbefinden, Resilienz und friedliches Zusammenleben in einem fragilen und vielfältigen sozialen Kontext zu stärken.
