Standort
Shekan, Irak
Projektzeitraum
Januar 2025 – August 2025
Förderung
Schmitz Stiftungen
Partnerorganisation
- Rusaz Organisation
Im Nordirak gelegen, ist der Distrikt Shekhan ein kulturell und religiös vielfältiges Gebiet, das von langjährigen Traditionen des Zusammenlebens geprägt ist. Hier leben vor allem jesidische Gemeinschaften, ebenso wie christliche und sunnitisch-muslimische Bevölkerungsgruppen, die seit Langem Seite an Seite existieren. Shekhan war stark von der Gewalt betroffen, die vom sogenannten Islamischen Staat in den umliegenden Regionen verübt wurde. Auch wenn der Distrikt selbst nicht direkt eingenommen wurde, wurde er zu einem Zufluchtsort für Tausende Binnenvertriebene aus benachbarten Gebieten. Bis heute steht Shekhan vor erheblichen sozialen und psychologischen Herausforderungen, während die verschiedenen Gemeinschaften daran arbeiten, Vertrauen wieder aufzubauen, Lebensgrundlagen zu sichern und sich zu erholen.
Frauen in Shekhan sind mit vielfältigen und sich überschneidenden Herausforderungen konfrontiert. Viele tragen die Last traumatischer Erfahrungen, unterbrochener familiärer und sozialer Netzwerke sowie zusätzlicher Sorgeverantwortung, während ihnen zugleich häufig der Zugang zu geschützten Räumen fehlt, in denen ihre Erfahrungen geteilt und anerkannt werden können. Gesellschaftliche Erwartungen, Isolation und eingeschränkte Möglichkeiten zur Teilhabe können psychische Belastungen zusätzlich verstärken und den Erholungsprozess erschweren.
Als Antwort auf diese Herausforderungen legt das RAFIQA-Projekt einen starken Fokus darauf, Frauen aus unterschiedlichen Gemeinschaften zusammenzubringen, Vertrauen aufzubauen und soziale Bindungen als Grundlage für Heilung zu stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf gruppenbasierten Ansätzen, die naturbasierte psychosoziale Aktivitäten sowie stickereibasierte psychosoziale Arbeit nutzen und so Räume für kollektiven Ausdruck, gegenseitige Unterstützung und Wiederannäherung schaffen. Ergänzend wird individuelle Beratung angeboten, um bedarfsgerechte Unterstützung zu gewährleisten, insbesondere für Frauen, die sensible oder sehr persönliche Themen bearbeiten möchten.
